Berufshaftpflichtversicherung: Überblick, Hinweise, Angebotsvergleiche

Die Berufshaftpflichtversicherung ist vor allem Freiberuflern und Selbstständigen nahezulegen, um gegen Schadensersatzforderungen aus Vermögens-, Sach- und Personenschäden abgesichert zu sein. Hoch im Kurs steht steht sie unter anderem bei folgenden Berufsgruppen:

  • Ärzte
  • Steuerberater
  • Rechtsanwälte
  • Architekten/Ingenieure
  • Logopäden

Eine Berufshaftpflicht für alle gibt es nicht

Wichtig zu wissen ist: Eine standardisierte Berufshaftpflicht gibt es nicht. Während bei Ärzten und Ingenieuren die Risiken von Personen-und Sachschäden mitversichert sind, fehlt bei den sogenannten Kammerberufen – etwa Steuerberater und Rechtsanwälte – dieser Versicherungsschutz. Sie sind im Rahmen einer Berufshaftpflichtversicherung nur gegen Vermögensschäden abgesichert. Daher ist es für Kammerberufe zwingend ratsam, eine zusätzliche Haftpflichtversicherung abzuschliessen, die auch vor unverhältnismäßigen Schadensersatzansprüchen im Zusammenhang mit Personen-oder Sachschäden schützt.

Angestellte von Freiberuflern und Selbstständigen sind mitversichert

Beschäftigt ein Freiberufler oder Selbstständiger Angestellte, sind diese in der Berufshaftpflichtversicherung des Freiberuflers mitversichert. In der Regel ist er erforderlich, die Anzahl der Angestellten dem Versicherer zu nennen. Aus diesem Grund ist sie eine relevante Größe bei der Berechnung des zu zahlenden Versicherungsbetrages.

Höhe der Versicherungssummen

Auch hier kann nicht pauschalisiert werden, sondern es gelten für jede Berufsgruppe andere Richtwerte. Ein Rechtsanwalt kann mit einer Versicherungssumme von 250.000 € für Vermögensschäden ausreichend abgesichert sein. Für wenig zusätzlichen Versicherungsbeitrag hat er die Option, seinen Versicherungsschutz auf Personen- und Sachschäden auszuweiten (z. B. 5,5 Mio. € Deckung für Personen-und Sachschäden für unter 150 € pro Jahr).

Ein Arzt hingegen sollte unbedingt eine Mindestversicherungssumme von 5 Mio. € für Personenschäden vereinbart haben. Die Absicherung von Vermögensschäden wiederum ist bei ihm optional ist. Die Höhe der Versicherungssumme richtet sich also in erster Linie nach dem für die jeweilige Berufsgruppe relevantestem Risiko.

Erst Risikosituation analysieren, dann Angebote vergleichen

Es bedarf grundsätzlich immer einer genauen Analyse der Risikosituation des Mandanten. Erst danach können Angebote verschiedenster Berufshaftpflichtversicherer sinnvoll verglichen werden. Denn der günstigste Beitrag ist zum Beispiel dann nicht die sicherste Entscheidung, wenn die Versicherungssumme zu knapp bemessen ist – oder der Versicherer den Versicherungsschutz sogar komplett verweigert, weil die „falsche“ Absicherung gewählt wurde.