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Fondsgebundene Lebensversicherungen sind Kapitalversicherungen , die auf den Todes- oder Erlebensfall der versicherten Person abgeschlossen werden. Von den herkömmlichen Kapitallebensversicherungen unterscheiden sie sich dadurch, dass der Teil der Prämie, der nicht zur Deckung des versicherungstechnischen Risikos und der Verwaltungskosten bestimmt ist, nicht in Werten jeder Art, sondern in Wertpapieren, z. B. Aktien oder Investmentanteilen angelegt wird. Wie viel Geld des Sparanteils in welche Fonds oder Depots fließen, kann der Versicherungsnehmer entweder selbst bestimmen - er muss sich nicht für die gesamte Laufzeit festlegen -, oder aber er lässt seine Fonds vom Vertragspartner durch einen Vermögensverwalter managen. Das Kapital wird in einem Fondsdepot angelegt, das wiederum aus verschiedenen Investmentfonds besteht. Der Versicherungsnehmer hat die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Depots zu wählen, die nach unterschiedlicher Chance/Risiko-Ausrichtung gemanagt werden. Der Kunde kann tagesaktuell den Zeitwert seines Vertragsguthabens erkennen, da keine stillen Reserven wie bei der klassischen Lebensversicherung gebildet werden.
Die Investmentanteile werden gesondert vom übrigen Vermögen innerhalb einer selbstständigen Abteilung des Deckungsstockes, dem Anlagestock , geführt. Die Erträge des Anlagestockes (Dividenden, Zinsen, Kursgewinne u. Ä.) verbleiben im Anlagestock und erhöhen ihn damit. Die Versicherungsleistung besteht entweder aus dem Deckungskapital zum Todeszeitpunkt oder der ggf. höheren Todesfallsumme. Die Todesfallsumme muss aus steuerlichen Gründen mindestens 60 % der Beitragssumme gerechnet bis zum Ende der Ablaufphase betragen.
Bei fondsgebundenen Lebensversicherungen sind Erträge die Ausschüttungen in Form von Zinsen, Dividenden, Bezugsrechten, Kursgewinnen u. Ä., die entweder in Form zusätzlicher Anteileinheiten gutgeschrieben werden - ein ausschüttender Fonds -, oder den Kurswert einer Anteileinheit erhöhen - ein thesaurierender Fonds. Die versicherungstechnischen Überschüsse der fondsgebundenen Lebensversicherung außerhalb des Anlagestocks gehören nicht zu den Erträgen im Sinne des §20Abs.1Nr. 6EStG , da diese nur Risiko- und Kostenüberschüsse enthalten. Die in den Schlussgewinnanteilen enthaltenen Risiko- und Kostenüberschüsse sind ebenfalls steuerfrei. Für die Steuerfreiheit gelten selbstverständlich die Vorgaben des BMF-Schreibens vom 20.07.1990, mindestens 5 Jahre Beitragszahlungsdauer und 12 Jahre Laufzeit.
Bei den kalkulierten Kosten der Versicherung bestehen große Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern, die besseren Policen können allerdings mit der direkten Fondsanlage mithalten. Ein Vorteil gegenüber der Direktanlage in Fonds liegt in der völligen Steuerfreiheit der Erträge nach 12 Jahren und dem Erwerb der Fondsanteile ohne Ausgabeaufschlag, dieser Punkt ist besonders wichtig für Anleger, die ihre Sparerfreibeträge bereits ausgeschöpft haben.
Wie bei den anderen Kapitallebensversicherungen auch, bleiben bei den fondsgebundenen Lebensversicherungen Zinsen und Erträge der Fondsanteile steuerfrei ( § 20 EStG ), wenn die Voraussetzungen für die Mindestlaufzeit erfüllt sind.
Im Unterschied zur Kapitallebensversicherung können die Prämien zur fondsgebundenen Lebensversicherung nicht als Vorsorgeaufwendungen in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden.
Auch eine garantierte Versicherungsleistung wie bei den Kapitallebensversicherungsverträgen am Ende der Vertragslaufzeit, gilt bei fondsgebundenen Verträgen vom Grundsatz her nicht. Aufgrund der Aktienkurseinbrüche und dem damit verbundenen Rückgang des Geschäftes bieten inzwischen einige Versicherer im eingeschränkten Umfang den Kapitalschutz an..
Als Zielgruppe einer fondsgebundenen Kapitallebensversicherung galten lange Zeit überwiegend vermögende Versicherungsnehmer, die, finanziell gut abgesichert, den Steuervorteil eines Lebensversicherungsvertrages nutzen wollen, da ihre Sparerfreibeträge bereits ausgeschöpft sind und jüngere, renditebewusste Versicherungsnehmer, da das Anlagerisiko zu Gunsten einer höheren Wertentwicklung bei längeren Laufzeiten minimiert ist.
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